Der Schmerz liegt in der Dauer, die Freude im Augenblick.
		-- Friedrich Hebbel
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Die Geschichte ist das Bett, das der Strom des Lebens sich selbst
gräbt.
		-- Friedrich Hebbel
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Die Menschheit läßt sich keinen Irrtum nehmen, der ihr nützt.
		-- Friedrich Hebbel
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Wie oft verwechselt man Einfälle mit Ideen.
		-- Friedrich Hebbel
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Die Offenbarung Gottes in der Bibel folgt nicht einmal aus
christlichen Begriffen. Wenn er sich offenbaren wollte, so hätte er
vermöge seiner Liebe, die es ihm nicht erlaube, die Menschen irre zu
führen, und vermöge seiner Allmacht, die es ihm möglich machte, ein
Buch liefern zu müssen, welches über alle Mißdeutung erhaben war und
von jedem erfaßt werden konnte.
		-- Christian Friedrich Hebbel (Tagebücher)
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Liebe und Freundschaft der meisten Menschen ist ein Füllen der eigenen
Leere mit fremden Inhalt.
		-- Christian Friedrich Hebbel
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Warum haben die Menschen gegen die Verbindung mit einem Mädchen, das
ein anderer schon bis in die tiefste Seele hinein besaß, so wenig
Abneigung und warum wird diese Abneigung gleich so groß, wenn der
Körper mit ins Spiel gekommen ist?
		-- Christian Friedrich Hebbel
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Die Bibel kann schon darum nicht von Gott sein, weil er darin gar zu
viel Gutes von sich selbst und gar zu viel Schlimmes von den Menschen
sagt.
		-- Christian Friedrich Hebbel (Tagebücher)
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Zwei Menschen sind immer zwei Extreme.
		-- Christian Friedrich Hebbel
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Mit einem Menschen, der nur Trümpfe hat, kann man nicht Karten
spielen.
		-- Christian Friedrich Hebbel
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Jeder Mensch trägt einen Zauber im Gesicht: Irgendeinem gefällt er.
		-- Christian Friedrich Hebbel
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Der Mensch ist ein Blinder, der vom Sehen träumt.
		-- Christian Friedrich Hebbel
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Nicht was der Mensch ist, nur was er tut, ist sein unverlierbares
Eigentum.
		-- Christian Friedrich Hebbel
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Jedenfalls ist es besser, ein eckiges Etwas zu sein als ein rundes
Nichts.
		-- Christian Friedrich Hebbel
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Wenn man etwas recht gründlich haßt, ohne zu wissen warum, so kann man
überzeugt sein, daß man davon einen Zug in seiner eigenen Natur hat.
		-- Christian Friedrich Hebbel
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Schönheit ist Tiefe der Fläche.
		-- Christian Friedrich Hebbel
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Man hat nur dann ein Herz, wenn man es hat für andere.
		-- Christian Friedrich Hebbel
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Der Utopist sieht das Paradies, der Realist das Paradies plus
Schlange.
		-- Christian Friedrich Hebbel
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Das Publikum beklatscht ein Feuerwerk, aber keinen Sonnenaufgang.
		-- Christian Friedrich Hebbel
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Sich selbst etwas versprechen und es nicht halten ist der nächste Weg
zur Nullität und Charakterlosigkeit.
		-- Christian Friedrich Hebbel
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Es ist am Ende der Religion das beste, daß sie Ketzer hervorruft.
		-- Christian Friedrich Hebbel
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Wie kommt nur, daß alles, was auf der Welt bedeutend war, in dieser
Sache so denkt wie ich?
		-- Christian Friedrich Hebbel
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Es gibt Leute, die nur aus dem Grunde in jeder Suppe ein Haar finden,
weil sie, wenn sie davor sitzen, so lange den Kopf schütteln, bis eins
hineinfällt.
		-- Christian Friedrich Hebbel
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Wenn du mir die Hände festhälst, sind deine auch so gut wie gehalten.
		-- Christian Friedrich Hebbel
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Bildung ist ein durchaus relativer Begriff. Gebildet ist jeder, der
das hat, was er für seinen Lebenskreis braucht. Was darüber, das ist
vom Übel.
		-- Christian Friedrich Hebbel
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Halte das Glück wie den Vogel: so leise und lose wie möglich! Dünkt er
sich selber nur frei, bleibt er dir gern in der Hand.
		-- Christian Friedrich Hebbel
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Seine Meinung zu ändern, erfordert manchmal mehr Mut, als bei seiner
Ansicht zu verharren.
		-- Christian Friedrich Hebbel
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Glaube, Liebe, Hoffnung:
Glaube! liebe Hoffnung!
		-- Christian Friedrich Hebbel
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Du siehst die leuchtende Sternschnuppe nur dann, wenn sie vergeht.
		-- Christian Friedrich Hebbel
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Was gegen die Natur ist, das ist gegen Gott.
		-- Christian Friedrich Hebbel
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Es gibt keine reine Wahrheit, aber ebensowenig einen reinen Irrtum.
		-- Christian Friedrich Hebbel
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Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu
bleiben.
		-- Christian Friedrich Hebbel
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Das Leben ist nie etwas, es ist nur die Gelegenheit zu einem Etwas.
		-- Christian Friedrich Hebbel
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Das Gewissen ist die Wunde, die nie heilt und an der keiner stirbt.
		-- Christian Friedrich Hebbel
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Der Traum ist der beste Beweis dafür, daß wir nicht so fest in unsere
Haut eingeschlossen sind, als es scheint.
		-- Christian Friedrich Hebbel
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Alle Regierungen fordern blinden Glauben, sogar die göttliche.
		-- Christian Friedrich Hebbel
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Den Augenblick immer als den höchsten Brennpunkt der Existenz, auf den
die ganze Vergangenheit nur vorbereitete, ansehen und genießen, das
würde Leben heißen!
		-- Christian Friedrich Hebbel
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Ein Maitag ist ein kategorischer Imperativ der Freude.
		-- Christian Friedrich Hebbel
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Zum Mitleiden gab die Natur vielen ein Talent, zur Mitfreude nur
wenigen.
		-- Christian Friedrich Hebbel
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Ist der Tod nur ein Schlaf, wie kann dich das Sterben erschrecken?
Hast du es je noch gespürt, wenn du des Abends entschliefst?
		-- Christian Friedrich Hebbel
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Alles Leben ist Kampf des Individuellen mit dem Universum.
		-- Christian Friedrich Hebbel
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Niemand spricht eine Wahrheit aus, die er nicht mit einem Irrtum
verzollen müßte.
		-- Christian Friedrich Hebbel
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Die Krankheiten, die das Wachstum der Menschheit kennzeichnen, nennt
man Revolution.
		-- Christian Friedrich Hebbel
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Sehr oft ist das Wiedersehen erst die rechte Trennung.
		-- Christian Friedrich Hebbel (Tagebücher 1835)
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Ein Mann muß scheiden, eh' ins Auge ihm die Tränen treten.
		-- Christian Friedrich Hebbel (Genoveva)
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Der Jüngling küßt, wenn er des Mädchens denkt, die eigne Hand, die
sie ihm drückte, als sie von ihm schied. Der Mann braucht etwas mehr.
		-- Christian Friedrich Hebbel (Gyges und sein Ring)
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Die Philosophie bemüht sich immer und ewig um das Absolute, und das
ist doch eigentlich die Aufgabe der Poesie.
		-- Christian Friedrich Hebbel (Tagebücher)
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Allegorie entsteht, wenn der Verstand sich vorlügt, er habe Fantasie.
		-- Christian Friedrich Hebbel (Tagebücher)
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Das Leben mit seinen verschiedenen Epochen ist eine Schatzkammer. Wir
werden reich in jedem Gewölbe beschenkt; wie reich, das erkennen wir
erst beim Eintritt in das nächste Gewölbe.
		-- Christian Friedrich Hebbel
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Nicht die jungen Glieder sind's, in denen sich ein Witterungswechsel
meldet. Die alten Knochen spüren ihn zuerst.
		-- Christian Friedrich Hebbel (Gyges und sein Ring)
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Jüngling wirst du nicht wieder noch Mann, wenn das Haar sich dir
bleichte, aber sobald du nur willst, wirst du von neuem ein Kind.
		-- Christian Friedrich Hebbel
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